08.10.2017 21:09 Alter: 11 days
Kategorie: Niners, Startseite

Ein gutes Viertel reicht nicht!

Die Zweitligabasketballer der NINERS Chemnitz mussten am Samstagabend eine bittere Heimniederlage hinnehmen.


Vor mehr als 2.000 Zuschauern unterlag man in der Richard-Hartmann-Halle den HEBEISEN WHITE WINGS Hanau letztlich auch in jener Höhe völlig verdient mit 73:89 (27:40). Einzig im dritten Viertel stellten Sachsens beste Korbjäger ihre Qualitäten unter Beweis, holten einen zweistelligen Rückstand auf und schienen nach dem zwischenzeitlichen 45:45-Ausgleich eine Trendwende herbeizuführen. „Danach haben wir aber wieder die selben Fehler wie zu Spielbeginn gemacht, schlecht verteidigt und nicht als Team agiert. So hatten wir gegen Hanau einfach keine Chance“, musste Cheftrainer Rodrigo Pastore eingestehen. 

Dabei hatten sich er und seine Schützlinge für die Rückkehr in ihr „Wohnzimmer“ so viel vorgenommen und auch der Rahmen stimmte. Die „Hartmann-Hölle“ war bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt, die Stimmung von Beginn an gut und Michael Fleischmanns butterweicher Dreier der perfekte Auftakt. Dem ließen Andy Mazurczak, Robin Lodders und der wieder genesene Jacob Parker weitere Punkte zur 12:9-Führung folgen, woraufhin Gästetrainer Simon Cote seine erste Auszeit nahm. Diese zeigte zum Leidwesen der NINERS die erhoffte Wirkung, denn Hanau stoppte nun die Chemnitzer Angriffsmaschinerie, kam seinerseits immer wieder zu Treffern am Brett und ging letztlich mit einer 19:16-Führung in die erste Viertelpause.

Jener Trend setzte sich im zweiten Abschnitt nahtlos fort, weil die Pastore-Mannen gegen Hanaus aggressive Verteidigung zu einfallslos wie zögerlich agierten, dem Kontrahenten im Gegenzug aber bisweilen reichlich Platz ließen. Diesen nutzte vor allem der wurfstarke Josef Eichler für mehrere erfolgreiche Distanztreffer und führte seine WHITE WINGS mit einem 40:27-Vorsprung in die Kabine. NINERS-Headcoach Pastore war sichtlich bedient, fand in der Halbzeitansprache sehr klare Worte und plötzlich drehte Chemnitz auf. Lodders und Mazurczak suchten nun immer wieder konsequent den Weg zum Brett, Kapitän Fleischmann legte zwei weitere Dreier drauf und als dann auch noch Mazurczak vom Perimeter zum 45:45-Ausgleich traf, kochte die Stimmung in der Hartmann-Hölle fast über. Selbst die beiden Distanztreffer der Hanauer Christian von Fintel und Luquon Choice vermochten die Aufholjagd der NINERS nicht zu stoppen. Vielmehr war Chemnitz beim 53:56-Zwischenstand vor dem letzten Abschnitt weiter dran und hatte spätestens mit Malte Ziegenhagens Dreier zum 58:60-Anschluss gut acht Minuten vor Spielende zweifellos wieder alle Chancen auf den Sieg.

Was dann folgte, war jedoch schwer zu erklären. Offensiv verfiel man abermals in wilde Einzelaktionen und das eben noch gezeigte defensive Engagement verpuffte völlig. Ein ums andere Mal ließ man den bekannt starken Schützen der Gäste zu viel Raum, welchen Choice, von Fintel, Paul Albrecht und Lavon Long allein im Schlussabschnitt mit sieben erfolgreichen Dreiern bestraften. „Dem hatten wir dann nichts mehr entgegen zu setzen“, resümierte Pastore und mahnte zugleich: „Diese Partie zeigte noch einmal, wie hoch das Niveau in der ProA mittlerweile ist. Ein gutes Viertel reicht da nicht. Außerdem hat uns Joe Lawson heute sehr gefehlt und auch Jacob Parker war anzumerken, dass er nach seiner Pause noch etwas Zeit braucht.“

 

STATISTIK:

NINERS Chemnitz vs. HEBEISEN WHITE WINGS Hanau 73:89 (16:19, 11:21, 26:16, 20:33), 2.021 Zuschauer

Mazurczak (23), Fleischmann (9), Lodders (9), Richter (8), Parker (7), Ziegenhagen (7), Mixich (6), Johnson (4), Kayser

 

TERMIN:

Hamburg Towers vs. NINERS Chemnitz, Samstag, 14.10.2017, 19:30 Uhr, edel-optics.de-Arena